Eine Gestaltung hat immer mit Gesetzmäßigkeiten zu tun. Während subtile Empfindungen auf dem Feld der Emotionen stattfinden, sollte bei einer bewussten Gestaltung auf die Gesetzmäßigkeiten geachtet werden. Gestaltpsychologie ist Grundlage der Wahrnehmung, denn jeder Mensch versucht die wahrgenommenen Dinge zu strukturieren und selektiert die subjektiv relevanten Teile heraus. So entstehen Regeln mit einem beschreibenden Charakter, die in der Architektur, Malerei, und Gestaltung zu finden sind. Sie erklären, wie Menschen visuelle Ordnungen wahrnehmen und gelten als gestalterisches Basiswissen. Sie sind Verallgemeinerungen von Funktionsweisen und Eigenheiten des menschlichen Wahrnehmungsapparates.
Die Gestaltungsphasen
Das Leben verläuft in Phasen - Projekte sind lebendig! Eine Gestaltung kann man in unterschiedliche Phasen unterteilen. Der größte Teil muss und wird der Analyse gewidmet. Es wird geschaut, welche Inhalte und Anforderungen an die Gestaltung gesetzt sind. Das Unternehmen und die Unternehmensidentität wird begutachtet. Je nach Projekt variieren die Schwerpunkte und Fragen der Analysephase. Nach der Analyse geht man in die Konzeptphase und stellt die Handlungspfade und Strukturen zueinander in Beziehung. Aus dem Konzept entsteht ein Entwurf und somit eine Präsentation zur Umsetzung der Gestaltung des Auftrages.
Die Phasen in der Reihenfolge
Projektdefinition
Ziel | Es handelt sich dabei um eine Informationssuche und das Zusammentragen aller relevanten Informationen. Die Vorstellungen des Kunden, Wünsche und Ziele werden festgehalten und der Umfang und die verwendeten Techniken werden festgelegt. Im ersten Gespräch zur Definition einer Gestaltung wird auch die weitere Verfahrensweise mit der Entwurfspräsentation festgelegt.
Medien | Nützliche Medien für diese Phase sind Stift und Papier zum Skribblen. Außerdem kann Software zum Darstellen von Mindmaps verwendet werden.
Ergebnis| Am Ende der Definitionphase sollte Klarheit über die gewünschten Anforderungen und Ziele eines Projektes herrschen. Die Vorgaben sollten dem gestaltenden Unternehmen, sowie dem Kunden vorliegen.
Analyse
Ziel | Die Analyse bringt Handlungsabläufe und Funktionen in visuelle Form; verdeutlicht z.B anhand von Modellen die Navigation oder eine Funktionalität.
Medien | Papier und Zeichenblöcke zum Scribblen und Mindmap - Software kann zum Anfertigen von Wireframes und Wikis verwendet werden.
Ergebnis| Am Ende der Analyse steht eine klare Vorstellung, was von einem Projekt erwartet wird. Fest steht, welche Funktionen ablaufen werden, der Inhalt gibt zudem zusätzlich vor, welche Bedingungen und Erwartungen an ein Desgin gestellt werden.
Nur einige Fragen in der Analyse sind:
- Was wird auf der Seite publiziert?
- Welche Navigationsmöglichkeiten werden angeboten?
- Welche Technik wird verwendet?
- Wie soll der User geführt werden?
Konzept
Ziel | Im Konzept werden die in der Analyse definierten Elemente zueinander in Bezug gesetzt. Im Getaltugskonzept werden alle Anordnungen und Platzierungen zueinander getestet.
Medien | Papier und Zeichenblocke zum Scribblen und Mindmap - Software kann zum anfertigen von Wireframes und Wikis verwendet werden.
Ergebnis| Am Ende der Konzeptphase steht ein Grundriss mit Verdeutlichung der Positionen und Funktionen. Diese Grundriss dient zur Umsetzung in einem Bildbearbeitungsprogramm.
Entwurf
Ziel | Im Bildbearbeitungprogramm werden nun Ideen und Wireframes, welche in der Analyse und im Konzept verankert sind, in eine visuelle Form gebracht. Es werden Navigationen und Fülltexte mit den Formatierungen auf der fertigen Website nachempfunden. Mögliche Funktionalitäten sollten hervorgehoben werden.
Medien | Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop, Illustrator und auch Fireworks.
Ergebnis| Ein Entwurf in unterschiedlichen Ansichten oder auch verschiedende Screens stehen zur Präsentation bereit.
Entwurfspräsentation
Ziel | Die fertigen Entwürfe werden dem Kunden präsentiert und in Form und Farbe visuell erfassbar gemacht.
Medien | Beamer oder große Bildschirme können in der Agentur verwendet werden. Sollte der Kunde zu weit weg sein, kann der Entwurf als Vorschau für den Browser als JPG in in ein Hypertext Dokument eingebunden werden und auf einen Server geladen werden.
Ergebnis| Der Entwurf wurde präsentiert und alle Ideen für Navigation, Farbgebung und Funktion erläutert. Nach der Präsentation ist die Gestaltung zur Umsetzung freigegeben oder es wird nachgesteuert und optimiert bis der Kunde zufrieden ist.
Umsetzung
Ziel | Der Entwurf wird wie gewünscht umgesetzt und wenn möglich werden Basistemplates auf ein Projekt angepasst. Bei individuellen Templates wird dieses nach neuen Standards umgesetzt.
Technik | Persönlich arbeite ich mit Dreamweaver und Photoshop um die Templates zu erstellen. Als Contentmanagementsystem verwende ich Jommla 1.5, welches mit einer PHP - Datei, einer CSS - Datei und Extentional Markup Language angesprochen wird.
Test & Troubleshooting
Ziel | Wenn das Template und seine Funktionen umgesetzt ist sollten alle Browser und Betriebssysteme gestestet werden. Mit dem Webdeveloper Toll von Firefox kann man die Ladezeiten testen und einige Fehler analysieren.
Testmöglichkeiten:Abschluss
Archivierung | Wenn das Projekt abgeschlossen ist sollten alle Daten als aktuellste Version gesichert werden. Die Datenbank und alle anderen Daten können so bei Verlust in der ursprunglichen Version wieder hergestellt werden.
Die Kreativtechniken
Die besten Ideen kommen zwischen Tür und Angel!
Brainstorming
Brainstroming |ist die am häufigsten angewendete Methode zur Ideenfindung. Sie wurde bereits in den späten 30er Jahren von Alex Osborne als Osbourne Checkliste entwickelt. Ihre Produktivität beruht vor allem darauf, dass die Problemstellung durch Reizfragen angeregt wird.
Regeln- Jede Kritik oder Wertung an den geäußerten Ideen wird auf eine gesonderte, nachfolgende Phase verschoben
- Langatmige Diskussionen über das Für und Wider einer Idee unterbleiben
- Ideen anderer Teilnehmer können und sollen aufgegriffen und weiterentwickelt werden
- Teilnehmer sollen ihrer Phantasie freien Lauf lassen
- Einzelne Beiträge der Teilnehmer sollen kurz und prägnant sein
- Möglichst viele Ideen in kurzer Zeit produzieren
Mind-Mapping
Mind-Mapping |ist eine Methode, mit der die Parameter eines Problems in bildlicher Form strukturiert werden. So wird sprachliches mit bildhaftem Denken verknüpft und damit die Leistungsfähigkeit des menschlichen Denkens gesteigert. Die Übersicht über das Problem nimmt zu, Assoziationen liefern weitere Lösungen. Die Methode basiert auf den Ergebnissen der modernen Hirnforschung. Dabei liegt insbesondere die Aufgabenteilung zwischen den beiden Hemisphären des Großhirns im Blickpunkt. Im Bereich der Produktentwicklung eignet sich das Mindmapping besonders zur Ideengenerierung in den frühen Phasen.
Durchführung- Man schreibt das Thema in die Mitte eines Papierbogens
- Es wird mit einem Kreis umschlossen
- Von diesem Kreis in der Mitte werden Verästelungen gebildet
- An jedem Ast wird ein Stichwort notiert und durch Bilder unterstützt
So kann man eine Lösung strukturieren und vom Abstrakten zum Konkreten gelangen. Aus der Mitte gelangt man vom Allgemeinen zum speziellen Lösungsansatz. Als Medien eigenen sich große Blätter oder ein Flipchart.
Fragenkaskaden
Fragenkaskaden |dienen ebenfalls dazu, dem Kernproblem auf die Spur zu kommen. Nichts anderes tun Kinder, wenn sie immer wieder fragen: Warum?
Beispiel- Warum blieb die Maschine stehen?
- Vorläufige Antwort: Weil die Sicherung sie ausschaltete.
- Warum schaltete die Sicherung ab?
- Vorläufige Antwort: Weil die Maschine heiß gelaufen war.
- Warum lief die Maschine heiß?
- Vorläufige Antwort: Weil sie zu lange gearbeitet hat.
- Warum hat sie zu lange gearbeitet?
- Vorläufige Antwort: Weil das Werkstück zu dick war.
Das Prinzip der Fragenkaskade ist es, sich nicht mit der erstbesten Antwort zufriedenzugeben, sondern so lange nach dem "Warum" zu fragen, bis man zur eigentlichen Ursache durchdringt. Im oben gezeigten Beispiel kann man sich vorstellen, dass statische Berechnungen ergeben, ein Werkstück könne nicht dünner gefertigt werden. Ist es auch nicht möglich, auf ein anderes, leichter zu verarbeitendes Material auszuweichen, wäre die entscheidende Fragestellung: "Wie kann ich verhindern, dass die Maschine zu lange arbeitet?". Mögliche Antworten bzw. Lösungen sind dann schnell gefunden: Pausen, Sensor, Kühlung, Wechsel zwischen zwei Maschinen/Motoren.


